Weltraum Live · Lexikon Lexikon › Asteroid, Komet, Meteor oder Meteorit? Einfach erklärt

Asteroid, Komet, Meteor oder Meteorit?

Die Begriffe werden oft durcheinandergeworfen. Dabei ist der Unterschied ganz einfach: Es kommt darauf an, woraus der Körper besteht und wo er sich gerade befindet.

BegriffWas ist das?Wo?
AsteroidFelsiger oder metallischer Brocken, Meter bis hunderte Kilometer großim All, meist zwischen Mars und Jupiter
Komet„Schmutziger Schneeball“ aus Eis, Staub und Gestein, bildet nahe der Sonne einen Schweifim All, kommt aus den äußeren Bereichen des Sonnensystems
MeteoroidKleines Stück aus Fels oder Staub, oft nur sandkorngroßim All
MeteorDie Leuchterscheinung, wenn ein Meteoroid in der Lufthülle verglüht, die „Sternschnuppe“in der Atmosphäre, 70 bis 120 km hoch
MeteoritEin Stück, das den Flug durch die Atmosphäre übersteht und auf dem Boden landetauf der Erde

Asteroid: der Felsbrocken

Der Asteroid Bennu
Der Asteroid Bennu. Typisch sind die unregelmäßige Form und die felsige Oberfläche ohne Schweif. Bild: NASA/Goddard/University of Arizona, gemeinfrei, Wikimedia Commons

Asteroiden bestehen aus Gestein oder Metall und kreisen um die Sonne, die meisten im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter. Sie haben keinen Schweif, weil sie kaum Eis enthalten. Mehr dazu auf unserer Seite über Asteroiden.

Komet: der Schneeball mit Schweif

Der Komet Hale-Bopp mit zwei Schweifen
Der Komet Hale-Bopp im Jahr 1997, einer der hellsten Kometen des 20. Jahrhunderts. Gut zu erkennen sind der bläuliche Gasschweif und der weißliche Staubschweif. Bild: E. Kolmhofer, H. Raab; Johannes-Kepler-Sternwarte Linz, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Kometen bestehen aus Eis, gefrorenen Gasen, Staub und Gestein. Die meiste Zeit verbringen sie tiefgefroren weit draußen im Sonnensystem, im Kuipergürtel hinter Neptun oder in der fernen Oortschen Wolke. Kommt ein Komet der Sonne nahe, verdampft das Eis. Um den festen Kern bildet sich eine leuchtende Hülle, die Koma, und der Sonnenwind bläst daraus einen Schweif, der Millionen Kilometer lang werden kann. Er zeigt immer von der Sonne weg.

Der bekannteste Komet ist der Halleysche Komet. Er kommt etwa alle 76 Jahre wieder, das nächste Mal im Jahr 2061.

Meteoroid, Meteor und Meteorit: eine Reise in drei Namen

Hier wechselt der Name, je nachdem, wo sich das Teilchen gerade befindet:

  1. Meteoroid: Solange das kleine Stück durchs All fliegt.
  2. Meteor: Wenn es mit bis zu 70 Kilometern pro Sekunde in die Lufthülle eintritt und dabei aufleuchtet. Das ist die Sternschnuppe. Nicht das Teilchen selbst leuchtet so hell, sondern vor allem die stark erhitzte Luft um es herum.
  3. Meteorit: Wenn ein Rest den Flug übersteht und auf dem Boden landet.
Leuchtspur einer Sternschnuppe am Nachthimmel
Ein heller Meteor während des Leoniden-Stroms. Die Leuchtspur entsteht in 70 bis 120 Kilometern Höhe. Bild: Navicore, CC BY 3.0, Wikimedia Commons

Die allermeisten Meteoroide sind winzig und verglühen vollständig. Nur größere Brocken erreichen als Meteorit den Boden. Der größte in Nordamerika gefundene Meteorit ist der Willamette-Meteorit mit rund 15 Tonnen.

Der riesige Willamette-Meteorit im Museum
Der Willamette-Meteorit im American Museum of Natural History in New York. Er besteht fast vollständig aus Eisen und Nickel. Bild: Dante Alighieri, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons

Wie hängt das alles zusammen?

Kometen verlieren auf ihrer Bahn ständig Staub. Kreuzt die Erde diese Staubspur, gibt es viele Sternschnuppen auf einmal: einen Meteorstrom. Die Perseiden im August stammen zum Beispiel vom Kometen 109P/Swift-Tuttle, die Orioniden im Oktober vom Halleyschen Kometen. Die Geminiden im Dezember sind eine Ausnahme: Sie stammen vom Asteroiden Phaethon. Wann der nächste Strom kommt, steht in unserem Himmelskalender.

Merkhilfe: Asteroid = Fels, Komet = Eis mit Schweif. Meteoroid = im All, Meteor = Leuchten am Himmel, Meteorit = Fund auf der Erde.